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Tag des Baumes am 25. April 2014

Aus dem Archiv: Mitteilung vom 17.04.2014

Auch in diesem Jahr findet am 25.04.2014 der Tag des Baumes statt. Dieser Tag ist dem Baum des Jahres 2014, der Trauben-Eiche (Quercus petraea), auch als Winter-Eiche bekannt, da die Blätter oft bis zum Winter am Baum bleiben, gewidmet.

Trauben-Eichen sind im Kempener Stadtgebiet u.a. im Bürgerwäldchen im Kempener Norden und im Kendelpark in St. Hubert zu finden.

Hier einige Informationen zum Baum des Jahres 2014:

„Die langlebige Robuste“

Was macht eine Eiche so besonders? Vielleicht, dass sie uralt werden kann? Es gibt Eichen, die sind über 1.000 Jahre alt! Vielleicht, dass sie so robust ist, sogar ganze Städte auf Eichenpfählen stehen? Auch die berühmte Elbphilharmonie in Hamburg steht auf Eichenpfählen, die vor weit über 100 Jahren in den Sand der Elbe gerammt worden sind. Oder macht es sie so besonders, dass sie auf den 1-, 2- und 5-Cent-Münzen zu finden ist? Die dort dargestellte Eiche hat übrigens gleichzeitig Merkmale von beiden in Deutschland vorkommenden Eichenarten.

Unterscheidung Stiel-Eiche / Trauben-Eiche

Als 1989 erstmalig ein Baum zum „Baum des Jahres“ ausgerufen wurde, war das die Stiel-Eiche. Nun ist für 2014 ihre enge Verwandte, die Trauben-Eiche, ausgewählt worden. In vielerlei Beziehung ähneln sich die beiden Arten; unterscheiden kann man sie vielleicht am besten an den Früchten, den Eicheln. Sie hängen bei der Stiel-Eiche an längeren Stielen, bei der Trauben-Eiche eng zusammen, also in „traubiger“ Anordnung.

Früchte

Erst im Alter von 20-40 Jahren wird die Eiche „erwachsen“; dann erscheinen die unauffälligen Blüten. Dafür sind die Früchte umso auffälliger, die Eicheln. Sie fallen ab Oktober und sind sehr nahr- und für viele Tierarten schmackhaft. Eichhörnchen, Eichelhäher und viele andere Kleintiere verbreiten sie durch die Anlage von Wintervorräten, und von Wildschweinen werden sie untergewühlt. Haustiere fütterte man früher, indem man sie in den Wald trieb. Und wenn die Eichen alle paar Jahre besonders viele Früchte gleichzeitig an allen Bäumen entwickeln, spricht man von Eichen“mast“, durch die dann die Schweine ge“mästet“ wurden. „Auf den Eichen wachsen die besten Schinken“ heißt es manchmal auch heute noch.

Wurzeln, Vorkommen, Standort

Eichen sind Pfahlwurzler; sie entwickeln eine steil nach unten wachsende Hauptwurzel, durch die die Bäume sehr sturmfest werden. Sie kommen in fast ganz Europa vor, nur nicht in Spanien und im äußeren Norden und Nordosten. An den Boden stellt sie keine großen Ansprüche, er kann auch recht trocken und arm an Nährstoffen sein. Eichen benötigen aber viel Licht; hier muss der Förster eventuell auch mal andere Bäume entnehmen, damit die Eiche weiterwachsen kann. Die Kronen lassen andererseits auch viel Licht durch, was den Pflanzen am Waldboden unter Eichen das Überleben erleichtert. Häufig kommen Efeu oder Geißblatt am Stamm von Eichen vor; auch sie profitieren von den lichten Kronen.

Lebensraum für Tiere

Eichen werden gerne als „Tierheim der Natur“ bezeichnet: Ein sehenswerter Bewohner ist z. B. der mit Fühlern über 10 cm lange Große Eichenbockkäfer. Wohl keine andere Baumart bietet für so viele Tierarten Lebensraum wie die Eiche, alleine an Insekten sollen es über 500 Arten sein. Einige Insektenarten – vor allem Raupen von verschiedenen Schmetterlingen – führen allerdings regelmäßig einen Kahlfraß durch, so dass die Eichen ein 2. Mal austreiben müssen. Auch Pilze lieben Eichen, darunter Sommer-Steinpilz, Kaiserling und Eichen-Rotkappe. In Süddeutschland kann man an Trauben-Eichen echte Trüffel finden.

Nutzung, Verwendung, Heilkunde

Im Kernholz der Eiche befinden sich fäulnishemmende Stoffe, die das harte Holz sehr haltbar machen. Daher war es früher z.B. für Schiffsbau und Fachwerkhäuser hochbegehrt – für ein einziges Kriegsschiff benötigte man damals mindestens 1.200 alte Eichen – das entspricht etwa vier Fußballfeldern reinen Eichenwald.

Eichenholz wird zudem für Kübel und Fässer genutzt, in Fachwerkhäusern, als Möbelholz  sowie für Vertäfelungen, Türen, Fenster, Treppen und Fußböden.

Eichenrinde gehört zu den gerbstoffreichsten Pflanzengeweben (Gehalt bis 20%), was man sich in Naturheilkunde und für die Ledergerberei nutzbar macht(e). Die Rinde wirkt auf Wunden aufgelegt blutungsstillend und infektionshemmend, als Tee gegen Durchfall, Blutungen, Leber- und Milzleiden sowie Vergiftungen.

Krankheiten und Schäden

Eichen können vom sogenannten Eichenprozessionsspinner befallen werden. Die Raupe ist weniger für den Baum schädlich als eher ein Gesundheitsrisiko für den Menschen, denn ihre Gifthaare können starke Hautallergien und Hautentzündungen auslösen. Also die Raupen nicht anfassen!

Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen?

Blitze schlagen gerne in Eichen ein, da sie einerseits mit ihrer Pfahlwurzel Kontakt zum Grundwasser haben und andererseits oft einzeln auf Wiesen oder an Plätzen stehen. Das Sprichwort „Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“ ist trotzdem mit Vorsicht zu genießen, denn Blitze laufen an Buchen meist außen auf der nassen Rinde herab – also eventuell genau dort, wo man Schutz gesucht hat.

Quelle:  www.baum-des-jahres.de

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