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Hemesath-Sanierung geht in die nächste Runde

Mitteilung vom 29.05.2018

Gutachter soll Verbesserung der Grundwasserqualität an der ehemaligen Reinigung begleiten

Der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV), der Kreis Viersen und die Stadt Kempen setzen die Arbeiten am Standort der ehemaligen chemischen Reinigung Hemesath fort. Seit 2009 läuft die Sanierung an der Wiesenstraße in Kempen. Boden- und Grundwasser sind mit leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW) belastet.

Durch die verschiedenen Sanierungsmaßnahmen wurden bisher insgesamt 4,6 Tonnen Schadstoffe aus dem Boden und dem Grundwasser entfernt. Dadurch sind die Grundwasserbelastungen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Die in nordwestlicher Richtung vom Altstandort ausgehende Grundwasserbelastung wurde zuletzt im Jahr 2016 durch umfangreiche Monitoring-Kampagnen überprüft.

Die von Hemesath eingetragenen Schadstoffe sind noch in rund 2,4 Kilometer Entfernung nachweisbar. Dabei ist die Schadstofffahne bis zu einem Kilometer breit. Da chlorierte Kohlenwasserstoffe schwerer als Wasser sind, sinken diese mit zunehmender Entfernung in tiefere Bereiche des Grundwassers ab. Der AAV, der Kreis Viersen und die Stadt Kempen haben sich darauf verständigt, die CKW-Fahne weiter zu untersuchen. Ziel ist es, geeignete und finanzierbare Möglichkeiten zur weiteren Reduzierung der Schadstoffkonzentrationen zu finden. Dabei soll auch geprüft werden, ob der schon jetzt zu beobachtende natürliche Abbau der Schadstoffe für die gezielte Schadstoffminderung in der weiträumigen CKW-Fahne

genutzt werden kann. Aktuell läuft im Auftrag des AAV eine europaweite Ausschreibung für Gutachterleistungen. Geplant ist, bis Ende 2018 ein Gutachterbüro zu beauftragen, das die Begleitung der Grundwassersanierung fortführen und die natürlichen Abbauprozesse in der Fahne untersuchen soll. Im Anschluss wird ein Konzept für weitere Maßnahmen in der CKW-Fahne entwickelt, um eine nachhaltige Verbesserung der Grundwasserqualität zu erreichen.

Empfehlung an die Nutzer von Gartenbrunnen

Von der Grundwasserverunreinigung geht keine unmittelbare gesundheitliche Gefährdung aus. Vorsorglich raten Kreis Viersen und die Stadt Kempen den Anwohnern, deren Grundstücke in der Schadstofffahne liegen, weiterhin kein Grundwasser für die Gartenbewässerung, für Gartenduschen und für die Befüllung von Plansch- oder Schwimmbecken zu nutzen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass belastetes Grundwasser gefördert würde. Mögliche Beeinträchtigungen können die Anwohner nur mithilfe einer selbst veranlassten labortechnischen Untersuchung des Brunnenwassers ausschließen. Das Trinkwasser aus dem Leitungsnetz der öffentlichen Wasserversorgungsanlagen ist von der Grundwasserverunreinigung nicht betroffen. Die Anwohner können es bedenkenlos nutzen. Anwohner können sich mit weiteren Fragen zur Belastungssituation im Grundwasser an Thomas Nordmann beim Kreis Viersen wenden: Telefon: 02162/39-1265, E-Mail thomas.nordmann@kreis-viersen.de. Bei der Stadt Kempen gibt Heinz Puster weitere Informationen: Telefon: 02152/917-316, E-Mail heinz.puster@kempen.de.

Hintergrund

Zum Beginn beauftragte der AAV eine langjährige, sehr erfolgreiche  Bodenluftsanierungsmaßnahme, bei denen mehrere Tonnen CKW aus dem Boden entfernt wurden. Dies ist ein häufig eingesetztes Verfahren, um leichtflüchtige organische Schadstoffe aus der ungesättigten Bodenzone zu entfernen. Im Anschluss wurde auf dem Altstandort von September 2013 bis Januar 2014 eine Bodensanierungsmaßnahme durchgeführt, bei der durch Großlochbohrungen die Beseitigung des Kernschadens im Bereich der ehemaligen Maschinenaufstellplätze erfolgte. Insgesamt wurden dabei 3.300 Kubikmeter belasteter Boden entfernt und durch unbelasteten Boden ersetzt. Außerdem wird seit 2013 eine Grundwassersanierungsanlage auf dem ehemaligen Standort der chemischen Reinigung Hemesath betrieben, um die Mobilisierung der im Grundwasser gelösten Schadstoffe über den Altstandort hinaus zu verhindern. Da diese Grundwassersanierungsanlage ohne unterstützende Maßnahmen über einen sehr langen Zeitraum betrieben werden müsste, wurde im Zeitraum Juni 2015 bis August 2017 eine weitere Sanierungsmaßnahme durchgeführt, bei der zur Beseitigung der noch vorhandenen Schadstoffe über vier Tonnen Oxidationsmittel (Natriumpermanganat) in das Grundwasser infiltriert wurden.

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