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Gedenkfeier zum Tag der Befreiung

Mitteilung vom 28.02.2020

Vor 75 Jahren, am 2. März 1945, ging für Kempen mit der Besetzung durch amerikanische Truppen der Zweite Weltkrieg zu Ende. Zur Erinnerung an diesen Tag, der das Ende des NS-Regimes brachte, lädt die Stadt am Montag, 2. März 2020 um 19 Uhr zu einer Gedenk-veranstaltung ein. Sie findet im Rokokosaal des Kulturforums Franziskanerkloster statt und steht unter der Überschrift „75. Jahrestag der Befreiung der Stadt Kempen“. Die Anregung dazu gab Jeyratnam Caniceus, der dem Kempener Stadtrat und dem Viersener Kreistag als fraktions- und parteiloser Politiker angehört. Caniceus, der 1985 aus Sri Lanka nach Deutschland kam und seit 1998 mit seiner Familie in Kempen lebt, hat sich in den letzten Jahren vielfältig um Themen wie Umwelt- und Klimaschutz, Bezahlbarer Wohnraum, Flüchtlingsbetreuung oder Erinnerungskultur gekümmert. Überregional bekannt wurde er mit seinem Engagement für das St.-Martinsbrauchtum.

Die Kempener Veranstaltung wird durch musikalische Beiträge zweier 16-jähriger Cellistinnen eingerahmt, die bei "Jugend musiziert" erfolgreich waren: Aus der Sonate für zwei Violoncelli von Jean Barriere spielen Maja Emmanouilidis und Ann-Kathrin Schmitz das Andante und das Allegro prestissimo. Nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Volker Rübo wird der Kempener Historiker Hans Kaiser in einem Lichtbilder-Vortrag der Frage nachgehen: „Was bedeutete das Kriegsende für Kempen?“ Kaiser wird versuchen, Entwicklungen zu erklären, die den meisten Menschen heute unverständlich sind. In der katholischen Kreisstadt Kempen waren die Nationalsozialisten zunächst eine geächtete Außenseitergruppe. Wie konnte es dazu kommen, dass jeder fünfte Kempener sieben Monate nach der nationalsozialistischen Machtübernahme einer NS-Organisation angehörte? Wie war es möglich, dass die Bevölkerung ihrem „Führer“ diszipliniert in den Krieg folgte? Kaisers wichtigste Schlussfolgerung: „Hitler war ein höchst begabter Populist. Seine Verheißungen und Hass-Parolen fielen auf fruchtbaren Boden. Wir sollten daraus lernen.“ Dabei wird er auch auf Äußerungen rechtsextremer Politiker eingehen. Sein Appell: „Hüten wir uns vor Schwarz-Weiß-Zeichnungen und vor Feindbildern, die einer komplizierten Wirklichkeit nicht gerecht werden. Setzen wir Besonnenheit und Differenzierung gegen Vorurteile und Hetze.“

Wie sie das Kriegsende erlebten, werden danach die Zeitzeugen Karl-Heinz Hermans und Erich Wüllems berichten. Am Ende der Veranstaltung wird ein Schlusswort „Weltoffenes Kempen in Gegenwart und Zukunft“ von Jeyaratnam Caniceus stehen. – Der Eintritt ist frei.

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Elisabeth Friese
Telefon: 0 21 52 / 917-4110

Anschrift

Nebenstelle Burgstraße
Burgstraße 19
47906 Kempen

Erreichbarkeit

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