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Die Stadt Kempen sucht Pflegefamilien

Mitteilung vom 06.09.2017

Der Pflegekinderdienst des Jugendamtes Kempen betreut Pflegefamilien, die Kinder bei sich aufnehmen, die in ihren Herkunftsfamilien auf Grund von Gefährdungssituationen nicht mehr verbleiben können. Die Aufnahme erfolgt entweder vorübergehend oder als auf Dauer angelegte Lebensform, je nach Rückkehrperspektive der Kinder in den elterlichen Haushalt. Die Unterbringung in einer Pflegefamilie ist immer an den spezifischen Bedürfnissen des Kindes orientiert.

Die Aufnahme eines Pflegekindes in die eigene Familie stellt eine besondere Herausforderung dar. Häufig weisen Pflegekinder auf Grund ihrer Erlebnisse in der Herkunftsfamilie Traumatisierungen auf, zeigen Entwicklungsverzögerungen und auffällige Verhaltensweisen.

Kinder, die in Pflegefamilien untergebracht werden haben nicht selten Gewalterfahrungen gemacht, Verwahrlosung erlebt und waren schon im Kleinkindalter auf sich alleine gestellt. Sie haben häufig eine ganz andere Familienkultur gelebt, als die, die sie in der Pflegefamilie erwartet. Dies kann unter Umständen bei Aufnahme eines Pflegekindes zur Verständnisschwierigkeiten zwischen Pflegekind und Pflegefamilie führen. Trotz aller erlebten Belastungen in der Herkunftsfamilie sind die leiblichen Eltern fast immer wichtiger biographischer Bestandteil im Leben der Kinder.

Die meisten Pflegekinder benötigen sehr viel Aufmerksamkeit, Entwicklungsförderung und die Sicherheit durch ein stabiles Umfeld begleitet zu werden, um Entwicklungsdefizite aufarbeiten zu können. Pflegeeltern können diese Bedarfe der Kinder vor allem zu Beginn einer Aufnahme vor große Herausforderungen stellen.

Pflegeelternbewerber werden daher durch den Pflegekinderdienst des Jugendamtes Kempen vor Aufnahme eines Pflegekindes vorbereitet und im Rahmen eines Schulungsprozesses auf die Anforderungen als Pflegefamilie vorbereitet. Im Rahmen der Vorbereitung werden Themen wie Bindung- und Bindungsstörungen, Traumatisierungen von Pflegekindern, rechtliche Grundlagen, die Relevanz von Biographie und Herkunft für Pflegekinder sowie viele weitere Themen mit den Pflegeeltern erörtert.

Auch nach Aufnahme eines Pflegekindes werden Pflegefamilien durch den Pflegekinderdienst weiterhin beraten und betreut. Beratung meint in diesem Kontext, dass Pflegefamilien sowohl bei alltäglichem Beratungsbedarf als auch in Krisensituationen durch den Pflegekinderdienst unterstützt werden. Der Pflegekinderdienst begleitet darüber hinaus die Kontakte zwischen den Kindern und den leiblichen Eltern und ist zudem für die Vorbereitungs- und Nachbereitungsgespräche aller Beteiligten zuständig.

Bewerber, die sich für die Aufnahme eines Kindes interessieren sollten dem Herkunftskontext des Kindes offen und tolerant eingestellt, belastungsfähig, reflektiert und kooperativ in der Zusammenarbeit sein. Ein offener Umgang in der Zusammenarbeit mit dem Pflegekinderdienst wird erwartet.

Aktuell sucht der Pflegekinderdienst Pflegeeltern zur sofortigen Aufnahme von Kindern in Klärungssituationen, zur Aufnahme von Kindern für eine kurze Übergangszeit und Pflegeeltern, die Kinder dauerhaft  bei sich in Pflege nehmen.

Ansprechpartnerin im Pflegekinderdienst ist Gabriele Franke unter Telefon 0 21 52 / 917 - 312.

Ihre Ansprechpartner:

Gabriele Franke
Telefon: 0 21 52 / 917-312

Anschrift

Nebenstelle Antoniusstraße
Antoniusstr. 24
47906 Kempen

Erreichbarkeit

Montag, Mittwoch, Freitag
8:30 Uhr bis 12:30 Uhr
Donnerstag
14:30 Uhr bis 18:00 Uhr
In dringenden Notfällen (Kindeswohlgefährdung) erreichen Sie uns
1. während der Dienstzeiten unter der Rufummer 0 151 / 57 54 54 17
2. außerhalb der Dienstzeiten über die Rufnummer der Polizei Kempen 0 21 62 / 37 70