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Bürgermeistergespräch mit Sozialverbänden

Aus dem Archiv: Mitteilung vom 18.11.2011

Am vergangenen Mittwoch, 16.11.2011, fand ein Bürgermeistergespräch mit den Sozialverbänden im Haus Wiesengrund statt. Bürgermeister Volker Rübo hatte die Verbände eingeladen, um über die wesentlichen Inhalte des Sozialberichtes der Stadt Kempen und den demographischen Wandel in Kempen und dessen Folgen zu berichten. Sozialdezernent Hans Ferber, Sozialamtsleiterin Petra Sdunek und Jugendamtsleiterin Heike Badberg referierten zu den auf der Tagesordnung stehenden Punkten, wobei im Anschluss eine lebhafte Diskussion folgte.

Der Sozialbericht sollte bei der Erstellung in erster Linie gut lesbar und nachvollziehbar sein, so Ferber in seinen Ausführungen. Man habe festgestellt, dass dieses Themenfeld nicht nur das Amt für Soziales und Senioren betreffe, fast alle Ämter der Verwaltung und somit alle Fachausschüsse seien tangiert. Hierbei ist es jedoch von Nöten, dass die Sozialverbände Ideen und Anregungen einfließen lassen, so dass Handlungsansätze breit gefächert seien. Kempen ist gut aufgestellt, so Ferber. Das soziale Netzwerk müsse sich aber weiter stabilisieren und sinnvoll ausgebaut werden, weil die Quantität und die Qualität der Aufgaben wachse. Die Bildung von Sozialräumen im Stadtgebiet mit Kempen, ländliches Umfeld, St. Hubert und Tönisberg habe sich bei der Erstellung als sinnvoll erwiesen, da unterschiedliche Strukturen vorhanden sind.

Anhand von „Ampelmännchen“ verdeutlichte Sozialamtsleiterin Petra Sdunek die Bevölkerungsentwicklung in Kempen in den Jahren 1990 bis 2030. Die Farbe Grün stand für die Kinder und Jugendlichen, gelb für die Familiengründer und rot für die Senioren. Die Geburtenrate, so Sdunek, sinkt schon seit langem. Sind zum Bevölkerungserhalt 2,1 Kinder pro Frau notwendig, liegt die Rate deutschlandweit bei 1,38 und in Kempen bei 1,47 Kindern. Dies hat zur Folge, dass die Anzahl der Kinder und Jugendlichen bis 2030 um rund 25 % sinken wird. Die Altersgruppe der 20 bis 40 Jährigen, die als potentielle Familiengründer gesehen werden, sinkt bis 2030 um rund 25 %, der Anteil der 40 bis 60 Jährigen, die die älteren Bürger pflegen können, sinkt bis 2030 sogar um rund 35 %, wobei das Durchschnittsalter der pflegenden Angehörigen steigt.

Sozialdezernent Hans Ferber verdeutlichte die Auswirkungen der immer älter werdenden Kempener Bevölkerung auf die städtischen Planungen. Wichtig sei vor allem, das zunehmende Alter der Bevölkerung als Normalität zu begreifen und im Alltag rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Die zukünftigen Planungen müssen daher genau mit der Anpassung der Versorgungsinstrumentarien und bei der Entwicklung von Wohnmodellen auf die Bedürfnisse der älteren Menschen abgestimmt werden. Der Wohnraum muss angepasst, Wohn- und Pflegeberatung ausgebaut werden. Durch die Steigerung der durchschnittlichen Lebenserwartung steige die Lebensphase „Alter“. Im Schnitt leben die Senioren nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben noch 30 Jahre. Der Altenquotient (das Verhältnis der über 65 Jährigen auf 100 Personen 20 bis 64 Jahre) steigt in Kempen im Vergleich 1990 zu 2020 von 19,3 Personen auf 43,5 Personen. Das bedeutet für die Stadt Kempen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um ca. 46 % zunehmen wird. Davon ist besonders die Altersgruppe der über 80 Jährigen betroffen. Hier wird die Anzahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um ca. 72 % steigen. Einen erheblich steigenden Versorgungsbedarf wird es insbesondere bei den an einer starken Demenz erkrankten Personen geben.

Aus den Reihen der geladenen Gäste kamen in diesem Zusammenhang Vorschläge für zentrumsnahe Seniorenwohnungen, aber auch für ganz praktische Verbesserungen wie Rollatoren an Bus- und Bahnstationen, wie es in den Niederlanden bereits üblich ist. Alle Planungen und Vorhaben könne man jedoch nur mit der Unterstützung der Bürger, Vereine und Verbände sowie der ehrenamtlich Tätigen stemmen, so Rübo in seinen Abschlussworten.

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