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Amphibienwanderung 2018

Mitteilung vom 02.03.2018

Aufgrund des frostigen Februars sind die Kröten, Frösche und Molche in ihrer Winterstarre verblieben. Wenn es nun langsam wärmer wird, beginnen sie ab Mitte März ihre Wanderung zu den Laichplätzen in Tümpeln und Seen. Sie machen sich in der Dämmerung auf und wandern zu ihren Laichgewässern, auch über Straßen. Schwerpunkte der Amphibienwanderung in Kempen sind in Tönisberg die Straßen Achterberg und Schaephuysener Straße, in St. Hubert die Stendener Straße und der Schadbruch, in Voesch der Sandweg und in Klixdorf die Mülhauser Straße, die Butzenstraße und der Morschesweg.

Die Amphibien, überwiegend Erdkröten, verlassen ihre geschützten Winterquartiere und machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern, um sich dort fortzupflanzen. Der Orientierungssinn der Amphibien führt sie auf direktem Weg zu dem Gewässer, in dem sie geboren wurden. Dort paaren sie sich und legen im Wasser ihren Laich ab, wo die Kaulquappen bzw. Larven sich entwickeln können. Dabei queren die Amphibien auf direkten Weg die Straßen, die auf dem Weg zu ihren Laichgewässern liegen. Die in der Dämmerung und nachts aktiven Tiere sind für den Autofahrer nur schwer zu erkennen. Bei feucht-warmer Witterung können sich auf Straßen zeitweise Teppiche von Amphibien bilden. Hier gilt es für Autofahrer besondere Vorsicht walten zu lassen und diese Fahrstrecken möglichst zu meiden. Entsprechende Hinweisschilder werden aufgestellt. Spezielle Tunnel, um den Amphibien ein ungehindertes Queren der Straße zu ermöglichen, wie unter der B509 bei der Butzenstraße, sind die Ausnahme.

In Tönisberg an der Schaephuysener Straße in Höhe des Regenrückhaltebeckens werden am Straßenrand beidseitig Amphibienzäune aufgestellt, ebenso wird in Kürze am Achterberg in Höhe der Teichanlage. In den hinter den Zäunen eingegrabenen Eimern sammeln sich die Kröten, Molche und Frösche. Ehrenamtliche Helfer und Mitglieder des NABU tragen in den Nacht- und Morgenstunden die Amphibien auf die andere Straßenseite. Von dort setzen die Tiere ihren Weg zum Laichgewässer fort. Nach dem Ablaichen folgt dann die Rückwanderung über die Straße zurück zu den Sommer- und Winterquartieren.

An anderen Schwerpunkten der Amphibienwanderung kommt es in den Nachtstunden zwischen 20 Uhr bis 8 Uhr zu Verkehrsbeschränkungen. Die betreffenden Straßen werden mit Pfosten bzw. Schranken gesperrt. Die Stendener Straße wird an der Stadtgrenze zu Stenden durch Schranken zur Sackgasse ebenso die Verbindungsstraße im Naturschutzgebiet Schadbruch in Höhe der Waldschenke. Mit Schranken wird der Sandweg in Höhe des Springbaches für den Durchgangsverkehr gesperrt. Auch der Morschesweg (hinter Abzweig Mülhauser Straße) ist nachts gesperrt. Dort wird der Verkehr wird über den Schmabersweg umgeleitet. An den zuführenden Straßen wird mit Schildern auf die jeweilige Verkehrsregelung hingewiesen.

Die Ortsgruppe Kempen des NABU koordiniert auch dieses Jahr wieder die Durchführung dieser Maßnahmen der Ehrenamtlichen. Aber auch auf anderen Straßen im Stadtgebiet Kempen, wie z.B. an der Straße Siebenhäuser, muss mit Amphibien gerechnet werden.

Die Stadt Kempen bittet um Verständnis für die zeitweise notwendigen Verkehrsbeschränkungen. Straßenabschnitte, auf denen Amphibienwanderungen vorkommen können, sollten gemieden werden. Das Hinweisschild mit einer Kröte weist auf die besondere Gefahrensituation hin. Die Stadt bittet die Autofahrer in den Bereichen Achterberg und Schaephuysener Straße (Landesstraße 478) um besonders vorsichtige Fahrweise. Dort sind ehrenamtlich tätige Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Dämmerung und Dunkelheit unterwegs. Die unbefestigten Straßenbankette sind nicht befahrbar.

Für Rückfragen können Sie sich gerne an den Umweltreferenten der Stadt Kempen, Herrn Heinz Puster, Tel. 0 21 52 / 917 - 316, wenden.

Informationen: Amphibien - Arten und Verbreitung

Zu den einheimischen Amphibien oder Lurchen zählen Frösche, Kröten, Molche, Salamander und Unken. Dabei kommen die Erdkröten am häufigsten vor. Insgesamt leben in Deutschland 21 Amphibienarten.

Die Haut von Amphibien trägt im Gegensatz zu den Reptilien kein Schuppenkleid und ihre Hand besitzt auch nur vier Finger. Amphibien sind wechselwarme Tiere; ihre Körpertemperatur ist in hohem Maße von der Umgebungstemperatur abhängig. Kälte und knappe Nahrung zwingen die Lurche zur Winterruhe. Zum Überwintern werden passende Verstecke wie der Wurzelbereich von Bäumen, Erdlöcher, Felsspalten, Hohlräume unter Steinplatten, unter totem Holz oder in Kleinsäugerbauten genutzt. Salamander treffen sich oft in größerer Zahl in Felshöhlen. Ein Teil der Frösche überwintert im Bodenschlamm der Laichgewässer. Erst im Frühjahr werden sie erneut aktiv. Viele Arten werden erst nach einigen Jahren geschlechtsreif z.B. Erdkrötenweibchen nach 3 bis 5 Jahren. Sie erreichen aber auch ein hohes Lebensalter und produzieren in dieser Zeit viele Nachkommen. Amphibien ernähren sich hauptsächlich von Würmern, Schnecken, Insekten und anderen Gliedertieren. Ihre wasserdurchlässige, kaum noch verhornte Haut bindet sie zeitlebens an Feuchtbiotope. Sie schützen sich vor ihren Feinden, indem sie Schleim mit Giftstoffen aus ihrer Haut absondern (Warnfarbe bei Feuersalamander und Gelbbauchunke). Die meisten Amphibien beginnen ihr Leben im Wasser und setzen es nach einer Umgestaltung des Körpers (Metamorphose) an Land fort - oft kehren sie nur zur Fortpflanzungszeit ins Wasser zurück. Die weitgehende Zerstörung und Verkleinerung ihrer Lebensräume, hauptsächlich der Laichgewässer hat dazu geführt, dass die Bestände stark zurückgegangen sind. Seit 1980 sind daher alle Amphibienarten in der Bundesartenschutzverordnung enthalten und stehen unter besonderen Schutz. Danach ist es verboten, Amphibien, deren Laich und Larven der Natur zu entnehmen, z.B. um sie in seinem Gartenteich anzusiedeln.

Ihre Ansprechpartner:

Heinz Puster
Telefon: 0 21 52 / 917-316

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Erreichbarkeit

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Montag bis Donnerstag
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