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Achtung Autofahrer! – Amphibienwanderung 2013

Aus dem Archiv: Mitteilung vom 08.03.2013

Aufgrund der kalten Nächte und des trockenen Wetters wird die Amphibienwanderung dieses Jahr erst im März einsetzen. Die Amphibien machen sich in der Dämmerung bei warmer und feuchter Witterung auf, um von ihren Winterquartieren zu Ihren Laichgewässern zu wandern. Denn erst bei milden Temperaturen erwachen die Tiere, vor allem Kröten, Frösche und Molche, aus ihrer Winterstarre und werden mobil. Schwerpunkte der Amphibienwanderung in Kempen sind in Tönisberg die Straße Achterberg und Schaephuysener Straße, in St. Hubert die Stendener Straße und der Schadbruch, in Voesch der Sandweg und in Klixdorf die Mülhauser Straße, die Butzenstraße und der Morschesweg.

Nähere Informationen:

Die Amphibien, überwiegend Erdkröten, machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern, um sich dort fortzupflanzen. Der Orientierungssinn der Amphibien führt sie auf direktem Weg zu dem Gewässer, in dem sie geboren wurden. Dort paaren sie sich und legen im Wasser ihren Laich ab, wo die Kaulquappen sich entwickeln können. Dabei queren die Amphibien auf direktem Weg die Straßen, die auf dem Weg zu ihren Laichgewässern liegen. Die in der Dämmerung und nachts aktiven Tiere sind für den Autofahrer nur schwer zu erkennen. Bei feucht-warmer Witterung können die Straßenabschnitte, die auf den Wegstrecken der Tiere liegen, mit Kröten, Frösche und Molchen bevölkert sein. Auf den betroffenen Wegstrecken können sich zeitweise Teppiche von Amphibien bilden. Hier gilt es für Autofahrer besondere Vorsicht walten zu lassen und diese Strecken möglichst zu meiden. Entsprechende Hinweisschilder wurden aufgestellt. Spezielle Tunnel, um den Amphibien ein ungehindertes Queren der Straße zu ermöglichen, wie unter der B509 bei der Butzenstraße, sind die Ausnahme.

In Tönisberg am Achterberg in Höhe der Teichanlage und an der Schaephuysener Straße in Höhe des Regenrückhaltebeckens sind am Straßenrand beidseitig Amphibienzäune aufgestellt. In den hinter den Zäunen eingegrabenen Eimern sammeln sich die Kröten, Molche und Frösche. Ehrenamtliche Helfer tragen in den Nacht- und Morgenstunden die Amphibien auf die andere Straßenseite. Von dort setzen die Tiere ihren Weg zum Laichgewässer fort. Nach dem Ablaichen folgt dann die Rückwanderung über die Straße zurück zu den Sommer- und Winterquartieren. In Tönisberg hat die Stadt 450 m Amphibienzäune aufgestellt, zusätzlich hat der NABU (Naturschutzbund Deutschland) 300 m Zaun an der Schaephuysener Straße aufgestellt.

An anderen Schwerpunkten der Amphibienwanderung kommt es in den Nachtstunden zwischen 19 Uhr bis 7 Uhr zu Verkehrsbeschränkungen. Bei feuchter, warmer Witterung werden die betreffenden Straßen mit Pfosten bzw. Schranken gesperrt. Der Verbindungsweg im Naturschutzgebiet Schadbruch wird durch Pfosten an der Waldschenke zur Sackgasse. Die Stendener Straße (Höhe ehemalige Via Stenden) sowie der Sandweg (Höhe Springbach), westlich der Kerkener Straße, auf der Höhe des Springbaches sind mit einer Schranke für den Durchgangsverkehr gesperrt. Auch der Morschesweges (hinter Abzweig Mülhauser Straße) ist nachts gesperrt. Dort wird der Verkehr wird über den Schmabersweg zur Mülhauser Straße umgeleitet. An den zuführenden Straßen wird mit Schildern auf die jeweilige Verkehrsregelung hingewiesen. Der Naturschutzbund koordiniert auch dieses Jahr wieder die Durchführung dieser Maßnahmen der Ehrenamtlichen.

Aber auch auf anderen Straßen im Stadtgebiet Kempen, wie z.B. an der Straße Siebenhäuser, muss mit Amphibien gerechnet werden.

Die Stadt Kempen bittet um Verständnis für die zeitweise notwendigen Verkehrsbeschränkungen. Straßenabschnitte, auf denen Amphibienwanderungen vorkommen können, sollten gemieden werden. Das Hinweisschild mit einer Kröte weist auf die besondere Gefahrensituation hin. Die Stadt bittet die Autofahrer in den Bereichen Achterberg und Schaephuysener Straße (Landesstraße 478) um besonders vorsichtige Fahrweise. Dort sind ehrenamtlich tätige Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Dämmerung und Dunkelheit unterwegs. Die unbefestigte Straßenbankette sind nicht befahrbar. Für Rückfragen können Sie sich gerne an den Umweltreferenten der Stadt Kempen, Heinz Puster, Telefon 0 21 52 / 917 - 316, wenden.

Amphibien - Arten und Verbreitung

Zu den einheimischen Amphibien oder Lurchen zählen Salamander, Molche, Unken, Kröten und Frösche. Insgesamt leben in Deutschland 21 Amphibienarten.

Ihre Haut trägt im Gegensatz zu den Reptilien kein Schuppenkleid und ihre Hand besitzt auch nur vier Finger. Amphibien sind wechselwarme Tiere; ihre Körpertemperatur ist in hohem Maße von der Umgebungstemperatur abhängig. Kälte und knappe Nahrung zwingen die Lurche zur Winterruhe. Zum Überwintern werden passende Verstecke wie der Wurzelbereich von Bäumen, Erdlöcher, Felsspalten, Hohlräume unter Steinplatten, unter totem Holz oder in Kleinsäugerbauten genutzt. Salamander treffen sich oft in größerer Zahl in Felshöhlen. Ein Teil der Frösche überwintert im Bodenschlamm der Laichgewässer. Erst im Frühjahr werden sie erneut aktiv. Viele Arten werden erst nach einigen Jahren geschlechtsreif z.B. Erdkrötenweibchen nach 3 - 5 Jahren. Sie erreichen aber auch ein hohes Lebensalter und produzieren in dieser Zeit viele Nachkommen. Amphibien ernähren sich hauptsächlich von Würmern, Schnecken, Insekten und anderen Gliedertieren. Ihre wasserdurchlässige, kaum noch verhornte Haut bindet sie zeitlebens an Feuchtbiotope. Sie schützen sich vor ihren Feinden, indem sie Schleim mit Giftstoffen aus ihrer Haut absondern (Warnfarbe bei Feuersalamander und Gelbbauchunke). Die meisten Amphibien beginnen ihr Leben im Wasser und setzen es nach einer Umgestaltung des Körpers (Metamorphose) an Land fort - oft kehren sie nur zur Fortpflanzungszeit ins Wasser zurück. Die weitgehende Zerstörung und Verkleinerung ihrer Lebensräume, hauptsächlich der Laichgewässer hat dazu geführt, dass die Bestände stark zurückgegangen sind. Seit 1980 sind daher alle Amphibienarten in der Bundesartenschutzverordnung enthalten und stehen unter besonderen Schutz. Danach ist es verboten, Amphibien, deren Laich und Larven der Natur zu entnehmen, z.B. um sie in seinem Gartenteich anzusiedeln.

Ihre Ansprechpartner:

Heinz Puster
Telefon: 0 21 52 / 917-4030

Anschrift

Rathaus
Buttermarkt 1
47906 Kempen

Erreichbarkeit

Montag bis Freitag
8 bis 12.30 Uhr
Montag bis Donnerstag
14.30 bis 16 Uhr
und nach Vereinbarung