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Von-Nievenheim-Straße

Höchster Beamter des Kurfürsten

Das von-Nievenheimsche-Haus am Hessenwall war eines der wenigen aus Stein erbauten Bürgerhäuser in Kempen, errichtet nach 1524. An den damaligen Amtmann erinnert jedoch nicht nur dieses Gebäude, sondern auch eine nach ihm benannte Straße.

Ein Amtmann war damals ein vom Kurfürsten beauftragter Beamter, der den Landesherren in militärischer, gerichtlicher und polizeilicher Hinsicht vertreten sollte. Vor ihm musste der Bürgermeister ebenso den Treueeid schwören wie jeder andere, der die Bürgerehre erlangen wollte. Meist wurde dieses Ehrenamt solchen Grundbesitzern übertragen, die in oder nahe bei dem entsprechenden Amt ansässig waren oder aber denen der Kurfürst in irgendeiner Weise finanziell verpflichtet war.

Constantin von Nievenheim, geboren 1596, war nicht nur ein hervorragender Soldat, sondern auch ein tüchtiger Beamter. So übte er verschiedene verantwortungsvolle Positionen aus, etwa die eines kaiserlichen Generalmajors, eines Hof- und Kriegsrates, Gouverneurs von Kaiserwerth und schließlich die des Amtmanns von Kempen und Oedt. War er aus "kriegerischen Gründen" abwesend, so wurde sein Amt während dieser Zeit von seinem Bruder verwaltet, dem Junker Johann von Nievenheim von Haus Raedt bei Vorst.

Im Jahre 1634 - mitten im Dreißigjährigen Krieg - sollte von Nievenheim auf Befehl des Kurfürsten Ferdinand die Kempener Burg umbauen lassen. Es entstand ein prächtiger Palast, versehen mit einer Zugbrücke. Doch die Mühe war zunächst vergeblich, die Festung keineswegs uneinnehmbar. Vergeblich war auch das Bemühen des Amtmannes, mit Hilfe der Neusser das Näherrücken der verbündeten Hessen und Weimarer zu verhindern. Er musste fliehen. Als die feindlichen Truppen am 7. Februar 1642 die Stadt Kempen einnahmen, höhnten sie, wo denn der Amtmann und die kaiserlichen Verräter geblieben seien.

Im Oktober 1651 war Constantins erste Frau Johanna van Eyl gestorben. Sie hatte ihm als junge Braut den Adelssitz Gastendonk in die Ehe gebracht. Knapp ein halbes Jahr nach ihrem Tod heiratete er erneut. Seine am 11. Februar 1652 mit Margarete von Myrbach geschlossene Ehe erregte großes Aufsehen, weil die aufwendige Hochzeitsfeier mehrere Tage dauerte. Das schmucke Kempener Schloss hatte dafür einen würdigen Rahmen geboten. Am Osterdienstag des darauffolgenden Jahres wurde sein Kind getauft. Doch Constantin von Nievenheim konnte nicht mehr erleben, dass es zur Schule ging, denn im Alter von 61 Jahren starb der Amtmann am 22. September 1657.

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