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Moorenring

Bürgermeister von Kempen - Abgeordneter im Reichstag

Die Entwicklung Kempens im 19. Jahrhundert wurde maßgeblich von einem Bürgermeister mitbestimmt, der nur sieben Jahre die Geschichte der Stadt gelenkt hat. Theodor Franz Clemens Mooren war am 20. April 1833 im Nachbarort Oedt zur Welt gekommen. Nach dem Besuch eines Kölner Gymnasiums studierte er in der Domstadt Rechtswissenschaft. 1860 trat er die Nachfolge seines verstorbenen Vaters an als Bürgermeister von Oedt. Neun Jahre später wurde er von der Regierung an die Spitze der Stadt Kempen berufen.

Zu dieser Zeit herrschten politische und konfessionelle Spannungen. Doch Mooren bewältigte die schwierige Situation mit Geschick; er wurde als besonders tüchtiger Amtsinhaber eingeschätzt. Aufgrund seiner Initiative siedelten sich mehrere Betriebe hier an, u.a. im Jahre 1871 eine Reichstelegraphenstation. Außerdem erfolgte die Gründung einer weiteren Wochenzeitung. Handel und Wirtschaft blühten unter seiner Ägide auf. Der umsichtige Bürgermeister dachte jedoch auch an die Zukunft; so gab er der Ausbildung der Jugend hohe Bedeutung. Deshalb setzte er die Abschaffung des Schulgeldes und die Verlängerung der Schulpflicht bis zum 14. Lebensjahr durch.

Weitere wichtige Initiativen während seiner Amtszeit waren der Schutz der Bürger bei Feuer; dank Moorens Unterstützung gründete der damalige Turnverein die erste freiwillige Kempener Feuerwehr. Oder die "Aufstellung" des Stadtarchivs. Er beauftragte den Krefelder Schulinspektor Dr. Hermann Keußen, die Akten und Dokumente zu ordnen. Rund 100 Jahre vor der Planung des "Grüngürtels" in aktueller Zeit war Mooren schon damals darum bemüht, den Stadtgraben zu regulieren und dort eine Promenade zu schaffen.

Mitte der 70er Jahre wurde er jedoch als Folge des Kulturkampfes vom Dienst suspendiert und seines Amtes enthoben. Das war aber keineswegs das Ende seiner politischen Laufbahn - im Gegenteil. Ab 1879 vertrat Theodor Mooren den Wahlkreis Köln-Land im preußischen Abgeordnetenhaus. Im Jahre 1881 wurde er erneut als Bürgermeister eingesetzt. Diesmal in der Stadt Eupen, wo er bis 1905 wirkte. Während dieser Zeit vertrat er gleichzeitig den Wahlkreis Aachen im Reichstag.

Bei Freunden und Gegnern erfreute sich Theodor Mooren höchster Wertschätzung, nicht nur wegen seiner verdienstvollen Tätigkeiten, sondern auch wegen seines Redegeschicks. Trotz der früheren Enttäuschung war die Verbindung zu Kempen nie abgerissen. Die Stadt durfte weiter von ihm Rat und Hilfe erwarten. Nach seinem Tod am 29. August 1906 fand Mooren seine letzte Ruhestätte auf dem Oedter Friedhof.

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