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Ludwig-Basels-Straße

Begründer der Industrie- und Armenschule

Am 23. Juli 1969 verstarb im Alter von fast 83 Jahren Maria Basels, letzte Nachfahrin einer vier Jahrhunderte in Kempen ansässigen Familie. Ihr gesamtes Privatvermögen vermachte sie ihrer Heimatstadt, weil es ihr Wunsch war, eine Stiftung einzurichten, deren Erlöse sozial schwachen älteren Mitbürgern zugute kommen sowie für die Erhaltung des Mobiliars im Kramer-Museum zur Verfügung stehen sollte.

Schon um 1450 hatten Namensträger dieser Familie in der Umgebung als Hofbesitzer Land bebaut. Erst später siedelten sie sich direkt in Kempen an. Ihre Nachfahren sollten dann im gewerblichen Leben der Stadt im 18. und 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle spielen. So hatte sich Ludwig Basels als Stadtmüller und Bäckermeister hier niedergelassen. Im Jahre 1730 wurde er Kempener Bürger. Mit seinen Aktivitäten legte er den Grundstein zu dem späteren Vermögen.

Sein ältester Sohn Peter Jakob baute Anfang der Sechziger Jahre des 18. Jahrhunderts die Geschäfte weiter aus. Neben dem schon vorhandenen Gasthaus mit eigener Brauerei und Landwirtschaft richtete er auch eine Posthalterei mit bis zu 16 Pferden ein. Sein jüngerer Bruder Jakob hatte Anna Sophia Möhlen geheiratet, eine Verwandte des Gemeindebürgermeisters Gerhard Arnold Möhlen. Vielleicht lag es daran, dass sich Heinrich Jakob in besonderem Maße für kommunale Angelegenheiten interessierte. Er bekleidete jedenfalls mehrfach das Amt eines Gemeinde- und Ratsbürgermeisters.

Sein Sohn Ludwig wiederum - ein Priester - war es dann, der das Vermächtnis des Stiftsdechanten Peter Jakob Busch erfüllte. Basels nämlich stellte sein Haus auf der Engerstraße/Ecke Burgstraße für die Einrichtung und Unterbringung der geplanten Industrie- und Armenschule zur Verfügung. Die Hinterlassenschaft von Busch in Höhe von 3.500 Talern erweiterte Basels noch durch großzügige Schenkungen an Grundstücken. In vorbildlicher Weise bemühte sich der Geistliche dann um die Ausbildung junger Leute, die aus ärmeren Kreisen stammten und denen er auf diese Weise zu beruflichen Chancen verhelfen konnte.

Das soziale Engagement, das in der großzügigen Stiftung der Maria Basels zum Ausdruck kam, war also durchaus in der Tradition begründet. Mit Öl- und Mehlhandel, Seifensiederei, Fuhrunternehmen und Kaffeerösterei war die Familie Basels im Laufe der Zeit zu Wohlstand gelangt. "Im Namen der noch immer existierenden Stiftung" - so schrieb der frühere Stadtarchivar Jakob Hermes in seinem Buch "Das alte Kempen" - "bleibt die Erinnerung an eine Sippe lebendig, die über Jahrhunderte der Stadt Kempen die Treue gehalten und sie nach dem Tode der letzten Namensträgerin durch ein bleibendes Vermächtnis besiegelt hat."

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