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Donkring

Streitbarer Kempener Theologe, Lehrer und Reformationsgegner

Am 10. November 1506 kam auf der "kleinen Donk" bei Kempen Martin Donk zur Welt. Er wurde ein hochangesehener Theologe. Der Besuch der Kempener Lateinschule frustrierte ihn wegen eines strengen Lehrers sehr. Zudem war sein Vater Heinrich der Ansicht, der Knabe sollte lieber eine Töpferlehre absolvieren. Doch der beharrliche Zuspruch seiner Mutter ermutigte ihn, dennoch weiterzustudieren. So ging er ebenso wie der berühmte Thomas à Kempis in die Niederlande, wohin es wegen der dortigen herausragenden Geistesschulen zu jener Zeit unzählige Gelehrte zog. In Nimwegen erhielt er in der Schule der "Brüder vom gemeinsamen Leben" eine Freistelle für mittellose Schüler. Später verdiente er sich während des Theologiestudiums größtenteils den Lebensunterhalt selbst.

Seine erste Anstellung als Pfarrer fand Martin Donk in Wormer bei Amsterdam. In den Jahren 1541-58 wirkte er nicht nur als Seelsorger, sondern gründete auch eine Schule. Bekannt wurde er vor allem als hartnäckiger Kämpfer gegen die Reformation. Mit großem Engagement, das ihn wegen der oft heftigen Glaubenskämpfe so manches Mal in Lebensgefahr brachte, verteidigte er die Lehre der katholischen Kirche gegen Mennoniten und Calvinisten.

Sehr erfolgreich war er jedoch insbesondere als Erzieher. Seine Thesen, dass die Schule der Ort der Persönlichkeitsentfaltung, der Menschenbildung und der christlichen Wertorientierung sein sollte, versuchte er stets in der Praxis zu verwirklichen. Seiner Mutter nach sollte ein Lehrer Güte und Milde ausstrahlen. Er dürfe zwar streng sein, doch niemals die Autorität durch Schläge erzwingen. Das war im 16. Jahrhundert eine fürwahr ungewöhnliche Einstellung; Donk war damit den Gebräuchen seiner Zunft und der Gesellschaft Jahrhunderte voraus. Dennoch - oder gerade wegen seiner pädagogischen Einstellung - lernten seine Schüler eifrig. Sie waren nicht nur vertraut mit den Klassikern der Antike, sondern auch mit der Literatur des Mittelalters. Und ihnen wurde nachgesagt, dass sie sogar ihre Alltagsgespräche in Latein führten.

Aufgrund seiner Gelehrsamkeit und seiner fortschrittlichen Thesen wurde Donk sogar an den holländischen Hof berufen. Dort erhielt er die Gelegenheit, fern des Unterrichts und der Predigt zahlreiche Schriften zu verfassen. Der ebenso furchtlose wie streitbare Theologe verstarb mit 84 Jahren im holländischen Amersfort.

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