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Arnoldplatz und Arnoldstraße

Süddeutsche Unternehmerfamilie - Vielfältiges soziales Engagement
Ende des letzten Jahrhunderts hatte sich ein württembergisches Unternehmen entschlossen, ein Zweigwerk in Kempen einzurichten. Zu der Eisenmöbelfabrik L. & C. Arnold, deren Zentrale dreißig Jahre zuvor in Schorndorf gegründet worden war, gehörte bereits ein Zweigbetrieb in Stendal/Altmarkt und eine eigene Schraubenfabrik. Der Grund für die Niederlassung des Familienunternehmens am Niederrhein war die beabsichtigte Expansion in den westdeutschen Raum; das Fernziel war, Westeuropa und Übersee günstig beliefern zu können.

So entstand im Jahre 1901 eine großzügig dimensionierte Fabrikanlage in Bahnhofsnähe. Gleichzeitig wurde mit dem Bau einer beispielhaften Werkswohnsiedlung im Kempener Süden begonnen, der den Arbeitern und Angestellten preiswerten Wohnraum in schöner Lage zur Verfügung stellen sollte. Von Firmenchef Carl Julius Arnold hieß es, dass er um das Wohl seiner Arbeiter so besorgt gewesen sei, wie ein Familienvater. Diesem Prinzip fühlten sich auch seine Nachkommen verpflichtet. Nachdem Carl Julius 1918 am Ende des Ersten Weltkrieges gefallen war, übernahm zunächst sein Bruder Walter die Firmenleitung, die er später seinem Neffen Carl Arnold, einem Enkel des Firmengründers, übergab. Fast vier Jahrzehnte bestimmte dieser fortan die Geschicke des Unternehmens.

Werksleitung und Belegschaft fühlten sich stets als "Arnold-Familie". Von dieser gingen wichtige Impulse in vielen Bereichen aus. 1902 wurde ein Konsumverein gegründet, damit alle möglichen Waren - Lebensmittel, Hausrat, Textilien - den Mitarbeitern zu günstigen Preisen zur Verfügung standen. Eine eigene Werksfeuerwehr wurde ins Leben gerufen ebenso ein Turnerbund. Berühmtheit weit über die Grenzen der Stadt hinaus erlangte insbesondere der "Arnold-Chor". Doch den Fabrikanten lagen nicht nur Sicherheit und Wohlergehen der eigenen Leute am Herzen. Das außerordentliche soziale Engagement der Arnolds kam auch in einer Stiftung zum Ausdruck. Mit deren Geldern konnten sozial schwache Kempener ebenso unterstützt werden wie die städtische Badeanstalt, die evangelische Kirche oder bestimmte Projekte in der Stadt. Noch heute hat das Unternehmen, dass sich insbesondere mit der Herstellung von Möbeln für Krankenhäuser befasst, Vorbildfunktion auf manchem Gebiet. Als eine der wenigen Firmen in der Region leistet es sich eine eigene Werksärztin.

Nachdem im Jahre 1979 Hans Carl Arnold in den Ruhestand gegangen war, wurde - mangels eines eigenen Nachkommens - erstmals ein Geschäftsführer angestellt. 1994 haben die in Süddeutschland lebenden Familienmitglieder ihre Firma in Kempen ganz aufgegeben und das Unternehmen an einen amerikanischen Konzern verkauft, der mittlerweile ebenfalls die Thomasstadt verließ.

Das Fabrikgebäude am Arnoldplatz steht heute unter Denkmalschutz und beherbergt unter anderem das Ärztehaus, das Finanzamt Kempen sowie die Arbeitsagentur und die ARGE des Kreis Viersen.

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