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Anton-Hochkirchen-Straße

Engagierter Pastor - Erbauer der St.-Hubertus-Kirche
Über "die zwölf Pastöre von St. Hubert" schrieb Paul Hellebrands in dem Kapitel "Menschenbilder - Zeitbilder" seines Buches "1790 - 1990. St. Hubertus" einen mehr als fünfzigseitigen Aufsatz. Einer von diesen Pfarrern war Anton Hochkirchen, nach dem 1991 in St. Hubert die Straße zwischen Hermesweg und Hauptstraße benannt wurde. Die Anregung dazu kam vom Heimatverein. Dass von den bislang zwölf Pastören besonders die Erinnerung an Anton Hochkirchen wachgehalten werden sollte, hatte einen ganz einfachen Grund: Seiner Initiative und seinem unermüdlichen Einsatz verdankt die Pfarre St. Hubert die neue Kirche ebenso wie den neuen Friedhof.

Anton Hochkirchen war ein waschechter Kempener. Am 2. August 1803 kam er hier zur Welt. Nach Schule und Studium der Theologie wurde er bereits mit 23 Jahren im Dezember 1826 in Köln zum Priester geweiht. Danach versah er mehr als ein halbes Jahrhundert seinen Dienst als Seelsorger in unserer Region; zunächst zehn Jahre als Kaplan in Kempen, ab 1836 in St. Hubert, das aufgrund einer Neuordnung zum Bistum Münster gehörte.

Auf Anton Hochkirchen wartete eine wichtige Aufgaben. Denn die seit 1790 bestehende Pfarre war gewaltig angewachsen, das ursprüngliche Gotteshaus längst zu klein geworden. So musste der Pfarrer seine ganze Energie und Kraft dem Neubau der Kirche widmen. Unermüdlich setzte er sich für Planung, Finanzierung sowie die künstlerische und bautechnische Ausgestaltung ein. Es gelang ihm, für die Entwürfe der Altäre, Kanzel, Taufstein und Chorgestühl den hervorragenden Fachmann Vincentz Statz aus Köln zu gewinnen, einen Meister der damals wieder "modern gewordenen" mittelalterlichen Baukunst. Die neue Kirche konnte schließlich am letzten Dezembersonntag des Jahres 1849 eingeweiht werden.

Abgesehen von dem großen Bauprojekt war es ohnehin keine leichte Zeit für Anton Hochkirchen. Es tobte der sogenannte Kulturkampf - Auseinandersetzungen zwischen den als erzkatholisch geltenden Bewohnern des Niederrheins und dem protestantischen preußischen Staat. Dies führte ebenso zu Konflikten mit der staatlichen Obrigkeit wie die Revolutionsjahre 1848/49. Der Ortspfarrer scheute sich nicht, die politischen Auseinandersetzungen jener Zeit von der Kanzel zu kommentieren. Wie Hillebrands schreibt, "wurde beispielsweise die Predigt Pastor Hochkirchens am 19. November 1850 von kritischen, Preußen-treuen Zuhörern eine "Revolutionspredigt" genannt".

Der engagierte Pastor hatte sich stets auch der Jugendarbeit verpflichtet gefühlt. Fast zwei Jahrzehnte wirkten dank seiner Initiative Schulschwestern aus Dülmen an der neuerbauten Schule an der Königstraße. Dem Pfarrer lag jedoch nicht nur die Bildung, sondern auch die Freizeit der Jugend am Herzen. Er gründete die Marianische Jünglings- und Jugendfrauensolidarität, die als Vorläuferin heutiger Jugendverbände eingestuft wird. Durch den Aufbau eines Kirchengesangvereins rief er den Vorläufer des heutigen Pfarrcäcilienchores ins Leben. Seinem vielfältigen Einsatz wird auch der neue Friedhof und die dortige Priestergruft samt Kreuzweg zugeschrieben. Als Schulinspektor der Gemeinde war er außerdem verantwortlich für die Einstellung der Lehrer. Bedeutsam ist auch die erste öffentliche Wahl des Kirchenvorstandes in St. Hubert, die unter Hochkirchens Leitung im Oktober 1875 stattfand.

Bis zuletzt versah der engagierte Pfarrer seinen umsichtigen Dienst in der Gemeinde; am 11. Dezember 1880 erlag er einer kurzen Krankheit und wurde auf dem St. Huberter Friedhof bestattet.

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