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Theodor-Foerster-Straße

Kempener Bürgermeister und Förderer vieler Gebiete

Eine "Wachsbleicherei" und "Kerzenzieherei" war die Mitgift einer Kempenerin, als diese im Jahre 1790 einen gewissen Franz Theodor Foerster heiratete. Einer der Söhne des Unternehmers Foerster sollte später eine bedeutende Rolle im kommunalpolitischen Leben der Stadt spielen.

Er hieß nach seinem Vater "Franz Theodor". Ursprünglich hatte der Junior den Beruf des Apothekers erlernt. Doch nach dem Tod seines ältesten Bruders blieb ihm nichts anderes übrig, als in das elterliche Geschäft zu wechseln, um das er sich fünf Jahre lang intensiv kümmerte, ehe er sich auch hauptamtlich der Politik zuwandte. Als Stadtverordneter setzte er sich maßgeblich für das von Landrat und Monschaw entwickelte Straßenbauprogramm ein. Dafür erfuhr er große Anerkennung, denn er wurde zum Beigeordneten und schließlich 1839 zum Bürgermeister ernannt.
Ihm wird die Verwirklichung des seit langem geplanten Baus der Bezirksstraßen von Krefeld nach Venlo und jener von Viersen nach Aldekerk zugeschrieben. Nach deren Fertigstellung bemühte sich Foerster auch um den Ausbau der Kommunalwege nach Wachtendonk, St. Hubert und St. Tönis zu "richtigen" Straßen. Sein Verkehrskonzept schloss natürlich auch die Schiene mit ein. So wurde er Mitglied des Eisenbahn-Komitees, das die Verhandlungen über die Strecke Köln-Kleve führte. Seinem zähen Kampf, sogar noch nach seiner Amtszeit als Bürgermeister, war es schließlich zu danken, dass Kempen im Streckennetz als Station berücksichtigt wurde.

Wichtige Impulse gingen von ihm auch auf dem Gebiet des Schul- und Gesundheitswesens aus. So sorgte er dafür, dass die Stadt durch die Eröffnung des Königlichen Lehrerseminars Kosten sparen konnte. Den Seminaristen nämlich oblag der ehrenamtliche, sprich unentgeltliche,  Unterricht der Schüler der Elementarschule. Außerdem kümmerte er sich intensiv um die Einrichtung und Erweiterung des Hospitals, wobei er die finanziellen Ausgaben für die Stadt gering zu halten versuchte. So holte er die ersten Klemens-Schwestern als Pflegepersonal nach Kempen.

Das Geschick des rührigen Bürgermeisters mit den Finanzen zeigte sich auch auf anderem Gebiet. Um unabhängiger zu sein und eine Art Hausbank in der Nähe zu haben, gründete er die erste Sparkasse der Stadt und des Kreises. Eine zukunftsweisende Entscheidung war 1857 der Kauf der Burg. Für nur 8.000 Taler konnte er den Gebäudekomplex erwerben, der einige Jahre zuvor bis zur Ruine abgebrannt war. Das frühere kurfürstliche Schloss konnte dadurch ab 1863 als Sitz des Königlichen Gymnasiums Thomaeum dienen. Auch die letzten Jahre nach seiner fast zwei Jahrzehnte dauernden Amtszeit bis zu seinem Tode kümmerte sich Theodor Foerster intensiv um die Belange seiner Heimatstadt.

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